- Kunstraum St. Marien

In der Marienkirche gibt es einige hervorragende Kunstwerke, z.B. Fenster, Figuren, Reliefs oder Gemälde, die einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Unter der Rubrik „Kunstraum St.  Marien“ werden diese Kunstwerke erläutert und vorgestellt. Die Beiträge stammen von Dr. Helmut Gilliam.

Taufstein

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Geschichte: In den Jahren 1936/37 erhielt Hein Minkenberg von Dechant Hugo Liedmann den Auftrag, für das St. Quirinus-Münster eine Statue des Christopherus und einen  Taufstein zu schaffen, der 1939 fertig war. Als dann in den 70er Jahren der ursprüngliche, aus dem 13. Jahrhundert stammende Taufstein von St. Quirin im Pfarrgarten wiedergefunden wurde, überließ die Pfarrgemeinde St. Quirin den Taufstein von Hein Minkenberg der Pfarrgemeinde St. Marien, da sich dort schon so viele Kunstwerke des Künstlers befanden.

Statue des Hl. Johannes Nepomuk

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Im Jahre 1966 schenkte eine alte Neusser Familie der St. Marienpfarre aus ihrem Kunstbesitz drei alte Holzreliefs vom Ende des 15. Jahrhunderts und eine Holzfigur, damit sie in der Kirche zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen Verwendung fänden. Die Holzfigur stellt den hl. Johannes Nepomuk dar und ist das Werk eines unbekannten Meisters des beginnenden 18. Jahrhunderts. Die Figur stammt aus der Kirche des früheren Hospitals an der Brückstraße in Neuss und hängt im südlichen Querschiff an der Wand zur Sakristei.

Holzrelief des heiligen Nikolaus

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Im Jahre 1966 schenkte eine alte Neusser Familie der St. Marienpfarre aus ihrem Kunstbesitz drei alte Holzreliefs vom Ende des 15. Jahrhunderts. Zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen wurden diese kostbaren Schnitzwerke an den hölzernen Ambos angebracht. Sie stellen dar:

Maria in der Heilsgeschichte - Arkadenwandgemälde von Peter Hecker

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Geschichte: Beim Wiederaufbau der ursprünglich neugotischen Marienkirche nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach den Plänen des Kölner Dombaumeisters Willy Weires der Hochchor durch eine Arkadenwand abgetrennt und damit in der Apsis eine neue Marienkapelle mit der Kopie der Chorpfeilermadonna des Kölner Domes und den das Marienleben wiedergebenden Fenstern von Walter Benner geschaffen. Oberhalb der dreibogigen Arkadenwand entstand eine große überwölbte Wandfläche. In der zweiten Phase der Erneuerung hat im Jahre 1959 der damals schon 75jährige Kölner Kirchenmaler Peter Hecker diese Fläche mit einem Monumentalgemälde ausgefüllt, das als Fresko gemalt wurde. Peter Hecker war in Neuss und in der Marienpfarre kein Unbekannter. Denn 1934 hatte er das Altarbild in der St. Barbara - Kirche geschaffen, das den Zweiten Weltkrieg fast unversehrt überstanden hatte.

Pieta von Hein Minkenberg

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Geschichte: Der 1889 in Heinsberg geborene Bildhauer Hein Minkenberg hatte zunächst eine Bildschnitzerlehre (1905) absolviert, dann in einer Steinmetzwerkstatt seines Bruders Gerhard gearbeitet. Ab 1922 entstanden erste Arbeiten aus Holz, Ton und Stein. So auch 1924 die Pieta, die Dechant Karl Brucherseifer 1928 für die von ihm initiierte Kriegergedächtniskapelle an der Ostseite des nördlichen Querschiffes (jetzt Fatima - Kapelle) erwarb. Hier schmückte sie den Altar. Aus den Trümmern der durch Bombenangriffe zerstörten Kapelle konnte die Pieta und das ebenfalls von Hein Minkenberg geschaffene Relief „Kreuztragender Christus“ (Folge 1) fast unbeschädigt gerettet werden. Die Pieta steht nach einer Restaurierung in der nördlichen Turmhalle, die beim Wiederaufbau der Marienkirche nach dem Zweiten Weltkrieg, zu einer Kapelle umgebaut wurde.

Marienfigur im Chorraum der Kirche

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Im Zweiten Weltkrieg war die neugotische St. Marienkirche von 1902 durch Bombenangriffe von 1942 und 1944 bis auf die Außenmauern zerstört worden. Nach dem Kriege ging der Wiederaufbau so zügig voran, dass die Pfarrgemeinde schon am 2. Juli 1950, dem Fest Maria Heimsuchung, in Anwesenheit von Kardinal Frings wieder in die Marienkirche einziehen konnte. Einige Wochen später, genau am 22. August 1950, erschien in der „Rheinischen Post“ ein Artikel mit dem Titel „Marienaltar im Festschmuck“. Darin wird zum ersten Mal die Marienfigur im Chorraum der Kirche als eine Kopie der gotischen Chorpfeilermadonna des Kölner Doms erwähnt, ohne dass erläutert wird, wie diese Statue in die Marienkirche gekommen ist.

Kreuztragender Christus

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Im Jahre 1928 ließ Dechant Karl Brucherseifer (1911-1933) einen unbenutzten Kapellenraum an der Ostseite des nördlichen Querschiffes (jetzt Fatima-Kapelle) zu einer Kriegergedächtniskapelle für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Pfarrei ausbauen. Während der Altar der Kapelle mit der ergreifenden Pieta von Hein Minkenberg geschmückt war, wurde über der steinernen Eingangspforte das ebenfalls von Hein Minkenberg geschaffene Relief „Kreuztragender Christus“ angebracht. Obwohl die Marienkirche im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern völlig zerstört war, konnten aus den Trümmern sowohl die Pieta als auch das Relief fast unbeschädigt geborgen werden.