Aktuelles

Zusammenlegung der beiden Seelsorgebereiche in der Neusser Innenstadt

Msgr. Wilfried Korfmacher
Das Erzbistum Köln steht zur Zeit vor der großen Herausforderung, sich der konkreten Entwicklung der Kirche in unserem Land zu stellen. Waren die letzten drei Jahre geprägt, durch planvolle Einsparungen unter dem Stichwort “Zukunft heute” die notwendigen finanziellen Grundlagen für die künftige Seelsorge zu sichern, so geht es jetzt darum, der immer geringer werdenden Zahl der Priester, wie der Gläubigen zukunftswirksam Rechnung zu tragen.

Bis zum Jahre 2020 wird bei gleich bleibender Tendenz die Zahl der Priester auf etwa 400 sinken, bis 2030 sogar auf 300, wobei dann 80% schon über 60 Jahre alt sind.
Deshalb sollen die zur Zeit 221 Seelsorgebereiche auf 180 reduziert werden, damit auch in Zukunft zur Leitung eines solchen genügend Priester zur Verfügung stehen. Denn bei der dann noch vorhandenen Anzahl der Priester bleibt zu berücksichtigen, dass allein schon wegen ihres fortgeschrittenen Alters nicht alle zur Leitung eines großen Seelsorgebereichs in der Lage sind.

Sicher wird es Überlegungen geben, die Priester von administrativen Aufgaben durch Laienkräfte weiter zu entlasten. Die sakramentale Struktur und damit das Wesen der Kirche, das man schlagwortartig auf die Formel bringen kann: “Der Altar ist und bleibt die Mitte!”, verlangt aber eindeutig den Priester als Gemeindeleiter.

Aus all diesen Gründen trifft die Reduzierung der Seelsorgebereiche auch St. Marien und mit ihm auch den Seelsorgebereich A des Dekanates Neuss - Süd (mit den Pfarrgemeinden St. Quirin, Hl. Dreikönige und St. Pius).  Ab dem 1. Januar 2008 werden deshalb die Pfarreien St. Marien, St. Quirin, Hl. Dreikönige und St. Pius formell zu einem neuen Seelsorgebereich zusammengefasst und ein leitender Pfarrer ernannt werden.

Ob dann dieser neue Bereich zu ein Großpfarrei fusioniert mit einem Kirchenvorstand und einem Pfarrgemeinderat, oder eine Pfarreiengemeinschaft bildet mit ebenfalls einem Pfarrgemeinderat und einer Pfarrverbandsversammlung, der von den einzelnen weiterhin bestehen bleibenden Kirchenvorständen eine Reihe von Entscheidungskompetenzen übertragen wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Zum einen steht die grundsätzliche Entscheidung des Erzbischofs noch aus, ob es diese Wahlmöglichkeit geben wird, zum anderen muss in Ruhe mit allen Gremien überlegt werden, was hier in Neuss für uns sinnvoll ist.

In jedem Fall erfolgt zum 1. Januar 2009 die Ernennung nur eines kanonischen Pfarrers, wobei die übrigen dann den Status eines Pfarrvikars erhalten. Der vorhandene Stellenplan bezüglich der Anzahl der Priester, Diakone und anderer pastoraler Seelsorgekräfte bleibt weiter in Kraft.
Im Frühjahr oder Herbst 2009 findet dann die Wahl eines gemeinsamen Pfarrgemeinderats statt. Örtliche, auf die alte Pfarrei bezogene Ausschüsse werden sicher auch weiterhin wichtige Aufgaben übernehmen.

Von keinem von uns wird verlangt, dass er das alles gut und schön empfinden soll. Aber diese Vorgabe ist angesichts der zugrunde liegenden Fakten eine Notwendigkeit, der wir uns mit Mut und Gottvertrauen zu stellen haben. Denn die Spendung der Sakramente und die Feier der Liturgie muss gesichert bleiben, das Wort Gottes weiter hörbar verkündet werden, und auch die christliche Caritas vor Ort unser aller Glaubwürdigkeit bezeugen. Deshalb braucht es neben den Amtsträgern und den hauptamtlichen Seelsorgekräften erst recht das ehrenamtliche Engagement möglichst vieler Laien, die zum Wohle der Kirche in unserer Stadt auch in der Vergangenheit Großes geleistet haben.