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Zum 100. Todestag von Julius Busch, Baumeister der Marienkirche

Foto: Stadtarchiv Neuss
Foto: Stadtarchiv Neuss

Seine Kirchtürme überragen noch immer die Dächer der Stadt und sein Quirinuslied wird bis heute vielfach gesungen: am 24. Oktober jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Regierungsbaumeister Julius Busch. Ein Blick auf sein Leben:

Julius Busch wurde am 4. Dezember 1838 als Sohn eines Lehrers in Kevelaer geboren. Doch bald wurde er in Neuss heimisch und prägte diese Stadt durch sein umfangreiches Wirken: 1881 entstand nach seinen Plänen die Kirche des Alexianerklosters vor dem Obertor, 1884 die Kirche des St.-Josefs-Klosters beim „Gütchen“ sowie die St.-Josefs-Kirche auf der Furth. 1988 folgte St. Peter in Hoisten. 1902 wurde die Marienkirche fertiggestellt, nachdem die Gemeinde zuvor in einer ebenfalls von Busch erbauten Notkirche an der Kapitelstraße Platz gefunden hatte. Und im selben Jahr begann auch der Bau der alten Kapelle auf dem Hauptfriedhof.
Ferner sind einige Wohn- und Geschäftshäuser von Julius Busch erhalten, so beispielsweise auf der Breitestraße und auf der Drususallee. Mehrere stilvolle Wohnhäuser an Glockhammer hingegen verfielen dem Abbruch, weil an ihrer Stelle der Meererhof errichtet wurde.

Der engagierte Katholik Busch beließ es jedoch nicht damit, dem Namen Gottes durch eindrucksvolle Kirchbauten die Ehre zu erweisen, sondern war auch ein begabter und fleißiger Musiker: Im Jahre 1878 gründete er den Münsterchor und bis 1911 blieb er dessen Leiter. Vielen Neussern wohlbekannt ist die von ihm komponierte Melodie des Quirinus-Liedes.

Busch engagierte sich darüber hinaus im Kirchenvorstand von St. Quirin und ferner auch in der Politik. Er war führendes Mitglied der Zentrumspartei und gehörte dem Stadtrat an.

Das Lebenswerk Buschs begegnet den Neussern Tag für Tag, sein Name jedoch ist allenfalls Eingeweihten bekannt. Um die Erinnerung an diese Persönlichkeit, die das Stadtbild so nachhaltig geprägt hat, wachzuhalten, haben die Neusser Heimatfreunde vor einigen Jahren an der Münsterstraße 7 eine Erinnerungstafel anbringen lassen.

Thomas Kaumanns