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Und sie folgten dem Stern

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Nicht nur die Heiligen Dreikönige machten sich auf den Weg das neugeborene Kind zu schauen. Auch die Frauen der kfd St. Marien folgten ihnen einen Tag später. Und besuchten Kirchen-Krippen im Norden unseres Dekanates.

Zu Beginn besichtigten wir eine weiträumig auf den Stufen vor dem Altar aufgebaute Krippe mit vielen Details wie Feuer- und Futterstelle, Brunnen u.a., somit von mehreren Seiten gut einsehbar und „kindgerecht“. An allen Krippen erhielten wir Erläuterungen. Auch hier wurde der frühere Küster von Christ König nicht müde, unsere vielen Fragen zu beantworten. Spontan sangen wir zum Abschied das Lied „Ich steh’ an Deiner Krippe hier ….“. - Die Krippe in St. Josef hatte wenige, aber größere, geschnitzte Figuren mit ausdrucksstarken Gesichtern. Wie wir erfuhren, wurde sie vor etwa 50 Jahren in Oberammergau gefertigt. Im letzten Jahr kamen Ochs, Esel und ein Hund hinzu.

Eine andere Krippendarstellung – erst fünf Jahre alt - fanden wir in St. Martinus Kaarst vor. Sehr zur Freude der Kinder kam im vergangenen Jahr ein großes Kamel dazu – übrigens nicht gerade billig: es kostete 1200 Euro! Bei dieser Krippe waren viele fleißige Hände am Werk: eine Künstlerin malte das Landschaftsbild, ein Schuster fertigte die Sandalen der Hirten und die Tiere sind mit echtem Tierfell überzogen. Sie ist unter großem persönlichen Einsatz entstanden und Jahr für Jahr gewachsen. Eine ähnliche „Krippe zum Anfassen“ sahen wir in Nachbarkirche.

Mit unserem Bus, der uns zu den einzelnen Kirchen brachte, fuhren wir weiter durch eine zauberhafte Winterlandschaft mit schneebedeckten Feldern: die untergehende Abendsonne tauchte alles in ein stimmungsvolles Licht. Und wir empfanden: Schöner kann es kein Künstler auf die Leinwand bekommen.

Eine Darstellung ganz anderer Art war in der Alten Kirche St. Aldegundis Büttgen zu sehen: lediglich fünf wuchtige Figuren, aus dunklem Holz geschnitzt, füllten den Platz. Unverkennbar: Hier war der bekannte Neusser Bildhauer Hein Minkenberg am Werk. Nüchtern und streng wird der Blick auf das Wesentliche gelenkt: die Heilige Familie. – Ganz anders wieder die letzte Krippe: viele ausdrucksvolle Darstellungen, mit auffallend fröhlichen Gesichtszügen. Ins Auge fällt eine Gruppe Hirten, die sich am Feuer wärmt.

Am Ende der Besichtigungen drängte sich die Frage auf: Was macht die Faszination der Darstellungen des Weihnachtsgeschehens aus? Den Bericht über die Heilige Nacht hören wir jedes Jahr aufs Neue. Er ist uns vertraut. Doch Worte sind schnell verklungen. An der Krippe aber wird das Geschehen lebendig; wir können verweilen, innehalten, immer wieder schauen. Und uns erfreuen an der unerschöpflichen Vielfalt der Darstellungen. Deshalb lohnt es sich, Krippen mehrmals zu besuchen. Meistens sind sie über einen Zeitraum von zwei Monaten zu sehen, in denen Änderungen in der Darstellung vorgenommen werden. Es beginnt mit der Vorkrippe Anfang Dezember und endet spätestens am Fest Maria Lichtmeß am 2. Februar.

Nach so vielen Eindrücken konnten wir uns entspannen bei der Einkehr in einer Brauhaus-Gaststätte, die für unsere Gruppe aus St. Marien eine Speisenauswahl zusammengestellt und eigens eine Karte gedruckt hatte.

Deutlich wurde der Wunsch nach einer weiteren Krippenfahrt geäußert und oft die Frage gestellt, wo es im nächsten Jahr hinginge. Mal schauen, wohin uns der Stern dann führt.

Heidi Lorenz

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