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Schöpfer der Fenster von St. Marien gestorben

NGZ
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Neuss ist ein Zentrum sakraler Glaskunst. Diese Überzeugung macht der Neusser Kunsthistoriker Max Tauch an den Namen Jan Thorn Prikker, der die Fenster der Dreikönigenkirche schuf, und vor allem Emil Wachter fest. Wachter wirkte in den Jahren 1985 bis 1992 in Neuss und schuf für die Marien kirche 21 Bleiglasfenster von expressiver Schönheit und großer Leuchtkraft, die auch überregional Beachtung finden. Dieser große Künstler starb vergangene Woche 90-jährig in seiner Heimat Karlsruhe.

Monsignore Wilfried Korfmacher, Pfarrvikar und seit 23 Jahren an St. Marien tätig, hatte Wachter noch kennengelernt, bevor dieser seinen Bilderzyklus in Neuss abgeschlossen hatte. Wachter sei ein moderner Künstler, so Korfmacher, „dem es ein Anliegen war, dass diese nicht nur abstrakt, sondern auch gegenständlich sein kann."

Den Kontakt zu dem Künstler und Theologen Wachter, der sich mit der Gestaltung der Autobahnkirche bei Baden-Baden einen Namen gemacht hatte, stellte Maria Werhahn für die Mariengemeinde her. Dieser Familie fühlte sich Wachter seitdem verbunden; die Teilnahme an der Beerdigung von Maria Werhahn war der Anlass für seinen letzten Neuss-Besuch.

Wachter hat biblische Geschichten in anschauliche Bilder übersetzt und dabei immer einen Bezug zur Gegenwart hergestellt. Die Schlange im Schöpfungsfenster von St. Marien, nennt Korfmacher ein Beispiel, hat Autos als Schuppen. Die Versuchung heute - eine Autoschlange.

Arbeiten wie die in der Marienkirche, aber auch die Darstellung des Schöpfungsplans für die Kapelle des Johannes-von-Gott-Hauses in Neuss-Meertal, bescherten ihm den Vergleich mit Marc Chagall.