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Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte startet Hilfsaktion für Flüchtlinge

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Der Appell von Kardinal Woelki war eindeutig: „Nicht jeder, der in unserer Region ankommt, wird so herzlich empfangen wie ich“, schrieb er den Mitarbeitern des Erzbistums und warb für eine Willkommenskultur gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen. Binnen einer Woche haben Mitglieder des Pfarrgemeinderates Neuss-Mitte nun eine Hilfsaktion organisiert:
 
Ab sofort sammelt die Pfarreiengemeinschaft Kleidung und Schuhe, Kinderspielzeug sowie Süßigkeiten. Besonders werden derzeit vor allem Baby- und Kinderkleidung, Unterwäsche, Herrenbekleidung, aber auch Handschuhe, Mützen und Strümpfe benötigt. Koffer und Reisetaschen werden ebenfalls gebraucht.
In den Kirchen St. Quirin, St. Marien, Hl. Dreikönige und St. Pius stehen Sammelbehälter, und zwar gut sichtbar im Eingangsbereich. Die Kirchen sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Auch St. Kamillus beteiligt sich, steht aber nur zu den Gottesdienstzeiten offen. Alle Neusser sind eingeladen, diese Abgabestellen zu nutzen. Helfer übernehmen den Transport zur Erstaufnahmestelle im ehemaligen St. Alexius-Krankenhaus, wo die Spenden dann an Hilfebedürftige verteilt werden. Was nicht durch Spenden zusammenkommt, will die Pfarreiengemeinschaft zukaufen.
Diese Sammelaktion soll der besonderen Situation in Neuss Rechnung tragen, wo es angesichts der Erstaufnahmestelle nicht an Wohnraum mangelt. Stattdessen sei es wichtig, dass Menschen, die ohne ihr Hab und Gut nach Deutschland kommen, eine gewisse Grundausstattung an alltäglichen Dingen erhalten, betonen die Organisatoren Dieter Krüll und Thomas Kaumanns vom Pfarrgemeinderat Neuss-Mitte.
 
Für die Zukunft wird auch der Einsatz eines Spielmobils geplant, um den Kindern in der Erstaufnahmestelle den langweiligen Alltag zu verschönern. Derzeit wird noch ein Team zusammengestellt, das im neuen Jahr regelmäßige Spielstunden anbieten soll.
 
Mit Sorge stellen die Mitglieder des Pfarrgemeinderates aber auch fest, dass verachtende Äußerungen und gehässige Parolen gegenüber den Flüchtlingen zunehmen. Deswegen machen sie sich für eine Willkommenskultur stark. Für das nächste Jahr plant der Pfarrgemeinderat Veranstaltungen, um über die Situation in den Herkunftsländern zu informieren. Die Idee dahinter: Wer das große Leid dort erahnen kann, ändert hoffentlich seine Meinung.
 
Wenn am Sonntag Kardinal Woelki zu seinem Antrittsbesuch in das Quirinus-Münster kommt, kann er sich davon überzeugen, dass die Hilfsaktion in Neuss schnell angelaufen ist. Alle Gemeindemitglieder und Neusser können nun mit ihrer Hilfsbereitschaft dazu beitragen, dass sie auch erfolgreich wird.