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Mozart-Requiem im Gottesdienst

NGZ
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In einer ungewöhnlichen Liturgiefeier wurde in der St. Marienkirche das„Requiem d-Moll" (KV 626) von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Die Teile waren in eine von Pfarrer Wilfrid Korfmacher zelebrierten Messfeier integriert - quasi als Überleitung vom Allerheiligenfest zum Allerseelengedenken.

Dicht gedrängt waren die Bankreihen gefüllt, und die Besucher ließen sich von der eindrucksvollen Musik einnehmen und gestalteten gleichwohl unter lebhafter Anteilnahme die Liturgie mit. Marienkantor Stefan Palm hatte aus Platz gründen Chor und Orchester im nördlichen Seitenschiff aufgebaut, was sich aber als Glücksgriff erwies. In sehr gemessenem Tempo ließ er
die klagende Einleitung spielen, die Chorstimmen setzten in düsterem Porte ein. Der Marienchor Neuss sang erneut mit dem Chor der Stadt Kaarst, eine sehr homogene Gemeinschaft, die den Passus „und das ewige Licht leuchte ihnen" wirkungsvoll steigerte. Die kraftvolle „Kyrie"-Doppelfuge war bei dieser Aufstellung präzise durchhörbar, der Sopran klang auch in höchsten Tönen klar. Die ausgezeichnete Präsenz des Chores hielt über die glanzvolle „Offertorium"-Fuge „quam olim Abrahae" bis zur Wiederholung der Doppelfüge zum Abschluss des „Agnus Dei" an, obwohl intensive Weihrauchschwaden das Seitenschiff gelegentlich einhüllten.

Bei den ausgezeichneten Solostimmen ragten mit Christine Wehler (Alt), Wolfram Wittekind (Tenor) und Joachim Gebhardt (Bass) die tiefen Stimmen heraus. Nicht immer so präsent war der leuchtend helle Sopran von Irmelin Sloman. Unter Konzertmeister Florian Meierott hatte Stefan Palm ein vorzügliches Orchester zusammenstellt, das mit höchster Konzentration die außerordentlichen Höhepunkte dieses Requiem mitgestaltete. Mit der „Communio" intonationsreinen Chor-Unisono endete das Requiem, die Messfeier aber noch nicht.

Langer Applaus der Besucher würdigte die hervorragende musikalische Leistung, ihr intensives Mitfeiern der Liturgie trug aber ebenfalls wesentlich zu einem ergreifenden Abend bei.