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Krippenfahrt der Frauengemeinschaft St. Marien Neuss

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Der schöne Brauch, Krippen in der näheren Umgebung zu besuchen, führte die kfd-Frauen von St. Marien auch in diesem Jahr wieder zusammen. Am 11.1.2012 startete der Bus mit fast 50 Frauen.

Zunächst blieben wir im Stadtgebiet und besuchten St. Barbara. Die Kirche wurde im Jahre 1932 erbaut. Mit Beginn des Jahres 2005 wurde die Pfarre St. Barbara in die Gemeinde St. Marien eingegliedert. Für die Krippe konnte man einige Jahre nach dem Bau eine Krippe erwerben. Diese existiert auch heute noch in ihrer ursprünglichen Form. Eine Vielzahl von Krippenfiguren mit der Hl. Familie, Engeln, Hirten, Schafen und natürlich auch den heiligen drei Königen war mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Eine besondere Anekdote zu einer Krippenfigur wurde uns vom Küster der Kirche erzählt: Damals wurde die Figur eines Hundes für die Krippe bestellt, ohne dass man auf die Größe dieser Figur geachtet hätte. Der Hund ist etwa so groß wie der Esel der Krippe, aber man hat ihn behalten und stellt ihn auch heute noch auf.

Als zweite Kirche im Stadtgebiet fuhren wir dann zur Gemeinde St. Pius. Hier erwartete uns eine Krippe ganz besonderer Art. Die Details hierzu wurden uns in ansprechender Form von einigen Damen der kfd erläutert. Da damals das Geld für eine Krippe nicht zur Verfügung stand, hatte ein Mitglied der kfd, Frau Margarete Schmitz, im Jahre 1976 die Idee, eine Krippe zu basteln. Dieser Vorsatz wurde von einigen Gemeindemitgliedern – man geht von etwa 10 bis 15 Frauen und 5 bis 8 Männern aus - in einer Gemeinschaftsarbeit in die Tat umgesetzt. Das Material für die Köpfe und Hände der Figuren wurde aus einem speziellen Pulver angerührt und dann mit den Händen modelliert. Die Körper wurden aus Draht geformt und sind damit natürlich auch voll beweglich. Mit viel Liebe wurden die Figuren bekleidet. Hier findet sich vom einfachen Hirtenkittel über gestrickte Pullover und bunte Kleider eine gelungene Mischung. Diese Kleidung wurde natürlich auch von Hand gefertigt. In der St. Pius-Kirche ist aber nicht nur die Krippe in eigener Arbeit geschaffen worden, sondern es wurde auch ein Kreuzweg aus Tontafeln von Gemeindemitgliedern getöpfert. Nach einem herzlichen Dankeschön für die schönen und informativen Ausführungen verabschiedeten wir uns von St. Pius.

Die nächste Station unserer Krippenfahrt führte uns dann aus den Stadtgrenzen heraus nach Straberg in die Kirche St. Agatha. Die Krippe wurde im Jahr 1951 angefertigt. Hier wurde eine Linde, die vor dem Haus des Pastors stand, zu schön geschnitzten Figuren verarbeitet. Auch hier findet man eine große Zahl von Figuren in einer sehr schönen Anordnung mit Tannenbäumen, Stall und Moos, das jedes Jahr gesammelt wird. Da der Pastor der Pfarre Inder ist, hat die Gemeinde in Indien gefertigte, bestickte Decken für den Altar sowie für die Apsis der Kirche gekauft und schmückt die Kirche alljährlich damit. Die reiche Bemalung an den Wänden mit vielen großen Heiligenfiguren rundete das Bild im Kirchenraum ab, sodass man ein farbenfrohes Bild vor Augen hatte.

Zum Abschluss der Krippenfahrt wurde St. Pankratius in Nievenheim besucht. Der Kantor der Kirche informierte darüber, dass die Kirche im 16. Jahrhundert durch den Besitz einer Salvator-Figur zu einer weit bekannten Wallfahrtskirche wurde. Diese Figur war ursprünglich in der Duisburger Salvatorkirche und wurde im Zuge der Reformation dort entfernt. Die Krippenfiguren in dieser Kirche wurden in Oberammergau geschnitzt. Auf einem Metallgestell, das vor einiger Zeit vom örtlichen Schmied angefertigt wurde und etwa 30 qm groß ist, wird alljährlich die Krippe aufgebaut. Bei der schönen Anordnung der Figuren fielen besonders ein Brunnen und natürlich die heiligen drei Könige in einer schön dargestellten Natur mit Tannenbäumen und Büschen auf. Zum Abschied spielte der Kantor noch wunderschön auf der Orgel und wir verabschiedeten uns mit einem spontanen Applaus.

Natürlich waren alle Teilnehmerinnen jetzt für eine Einkehr im Gasthaus Mehl, direkt gegenüber der Kirche, dankbar. Hier wärmte, nachdem in den Kirchen doch recht niedrige Temperaturen herrschten, zunächst ein Kaffe, Tee oder Glühwein die kalten Glieder. Das Essen wurde allgemein als gut empfunden und gegen 21 Uhr waren wir dann wieder im heimatlichen Neuss. Es hat, wie fast immer, allen gut gefallen.

Erika Grobba

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