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Kommen - Sehen - Staunen

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Zum Jahresbeginn hatte die Frauengemeinschaft von St. Marien zu ihrer traditionellen Krippenfahrt eingeladen. Viele interessierte Frauen waren der Einladung gefolgt.

Erstes Ziel war das Quirinus-Münster. Dort erhielten wir eine kundige Führung durch den ehemaligen Küster. Die Personen dieser Krippe - ausdrucksstarke Figuren in historischen Gewändern - sind bewußt begrenzt auf das wesentliche Geschehen und nah am Betrachter: Maria, Josef und in der Mitte das Jesuskind. Spontan sangen wir das Weihnachtslied „Ich steh’ an deiner Krippe hier“ und empfanden eine tiefe innere Nähe.

Unser Bus brachte uns zur nächsten Kirche, nach St. Cornelius in Erfttal, wo wir von Pastor Koenig empfangen wurden. Hier befindet sich die Krippe inmitten der modernen Rundkirche Kirche direkt vor dem Altar. Durch diesen außergewöhnlichen Platz, so erklärte uns Pfarrer Koenig, soll deutlich werden: Gott wird Mensch – in unserer Kirche neben mit dem Altar -, auf dem er in jeder Messfeier gegenwärtig wird.
Die weite Krippenlandschaft mit zahlreichen Menschen und Tieren in verschiedenen Lebenssituationen wirkt sehr lebendig - man wird nicht fertig mit Schauen. Jedes Jahr hilft eine andere kirchliche Gruppe beim Aufbau mit - in diesem Jahr waren es die Firmbewerber - und gibt der Krippe ihre eigene Prägung.

In St. Peter Hoisten, unserer nächsten Station, fanden wir eine kleinere Krippe vor, die uns in ihrer Schlichtheit sehr stark an die wirkliche Situation bei der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem erinnerte. Die Krippe wurde um 1900 hergestellt. Wie wir erfuhren, wurde sie nach dem Krieg auf den Speicher des Pfarrheimes verbannt und mußte einer moderneren Darstellung weichen. Diese erwies sich jedoch als nicht sehr stabil, so daß einige Jahre sogar ein Hirte anstelle des Hl. Josef dienen mußte. Von der Pfarrjugend wiederentdeckt, wurde die alte Krippe 1983 restauriert, erhielt einen neuen Stall und erfreut seitdem am Weihnachtsfest wieder die Gemeinde.

In der Holzheimer St. Martinus-Kirche beeindruckte uns eine sehr weiträumige Krippendarstellung. Die Kleider der dargestellten Personen wurden von Frauen der Gemeinde selbst genäht. Jedes Jahr kommt eine neue Figur, die eine Persönlichkeit aus dem Holzheimer Leben darstellt, dazu; beispielsweise eine Schwester vom Kloster Kreitz, der Gärtner der Pfarre, der frühere Pfarrer Ring und andere. Den Hintergrund der Krippe bilden gemalte Holzheimer Häuser.

Von Holzheim aus fuhren wir durch eine zauberhafte Winterlandschaft im Schein der untergehenden Abendsonne unserem letzten Ziel, St. Stephanus Grefrath, entgegen. Der dortige Küster Reck erklärte uns viele Details der Krippe. Die Figuren wurden vom früheren Pfarrer Oskar Jungbluth gekauft und im Lauf der Jahre erweitert und erneuert. Eine Besonderheit ist die seit 12 Jahren bestehende Außenkrippe, für die ein eigener Krippenverein zuständig ist. In der Adventszeit finden wir dort sogar lebende Schafe.

Der besinnliche Nachmittag klang aus in einem Restaurant in Holzheim. Ein großes Dankeschön gilt unserer Vorsitzenden, Frau Schlangen, die diese Krippenfahrt vorbereitet hat. 

von H. Lorenz

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