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Herr Quirinus legt die ewige Profess ab

H. Quirinus mit dem Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Zurbriggen, bei dessen Besuch im Stift Herzogenburg aus Anlass des 900-jährigen Stiftsjubiläums 2012.
H. Quirinus mit dem Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Zurbriggen, bei dessen Besuch im Stift Herzogenburg aus Anlass des 900-jährigen Stiftsjubiläums 2012.

Der ehemalige Neusser Ratsherr Carsten Greiwe (43) wird zum Hochfest des Heiligen Augustinus seine Ewige Profess als Chorherr des Augustiner Chorherrenstiftes Herzogenburg ablegen.

Während in seiner Heimatstadt Neuss das große Schützenfest gefeiert wird und auf der Schützenwiese vor dem Hessentor der neue Schützenkönig ermittelt wird, bindet sich H. Quirinus C. Greiwe Can.Reg. für den Rest seines irdischen Lebens im Ordensstand. In die Hände des Herzogenburger Stiftspropstes, Maximilian II. Fürnsinn, verspricht der gebürtige Neusser die evangelischen Räte Armut, Gehorsam und Keuschheit. Damit beendet H. Quirinus eine insgesamt sechsjährige Zeit der Prüfung, die 2006 mit der Einkleidung als Novize der österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation im Stift Klosterneuburg begonnen hatte.

Das Stift Herzogenburg ist eines von sechs Chorherrenstiften in Österreich und Südtirol. Derzeit gehören der Kommunität zwölf Chorherren mit Ewiger Profess und zwei Ehren-Chorherren an. In diesem Jahr, da das Stift sein 900-Jahr-Jubiläum feiert, kommen mit H. Quirinus und einem neuen Novizen zwei zusätzliche Geistliche hinzu. Im Jahre 1112 hatte Bischof Ulrich von Passau im Zuge der Gregorianischen Reform das Kloster an der Donau gegründet. Die spätbarocke Stiftsanlage liegt heute zwischen St. Pölten und Krems am Ausgang der romantischen Wachau, rund eine Autostunde westlich von Wien.

Die Chorherren, auch Regularkanoniker genannt, sind der älteste Priesterorden der lateinischen Kirche. Ihre Lebensform geht auf den heiligen Kirchenlehrer und Bischof Augustinus zurück. Regularkanoniker sind keine Mönche, sondern in der vita communis lebende Priester, die sich vor allem der Seelsorge widmen. Das Stift Herzogenburg betreut 14 Pfarren in der Weinlandschaft an der Donau und bewirtschaftet selbst ein Weingut.

H. Quirinus C. Greiwe wurde in Neuss vor allem als CDU-Ratsherr bekannt und war zeitweise Präsident des „Nüsser Ovends“. Als Volontär und freier Redakteur der Neuß-Grevenbroicher Zeitung hat er zudem diverse heimatgeschichtliche Artikel verfasst. H. Quirinus wurde in der katholischen Pfarrkirche Heilige Dreikönige getauft. In St. Marien – bis heute seine Heimatgemeinde ist – ging er zur ersten Heiligen Kommunion und wurde gefirmt. Dort war er auch als Lektor und Ministrant aktiv. Greiwe gehörte ferner zu den Mitbegründern der Josef-Kardinal-Frings-Gesellschaft zu Neuss am Rhein.