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Halbtagesausflug der kfd St. Marien nach Köln mit Domführung

In diesem Jahr führte uns der Halbtagesausflug nach Köln zu einer Domführung. Die Anreise erfolgte mit dem öffentlichen Nahverkehr. Nach unserer Ankunft wurden wir schon im Domforum erwartet. In zwei Gruppen mit je 16 Frauen nahmen wir die erforderlichen Kopfhörer in Empfang und schon konnte es losgehen.
 
Zunächst wurde uns die Dombaugeschichte näher gebracht. Nach den Plänen von Meister Gerhard wurde im  Jahr 1283 auf Basis des alten Domes, der bereits seit dem 9. Jahrhundert an gleicher Stelle existierte, mit dem Bau des heutigen Kölner Domes im gotischen Stil begonnen. Nach jahrhundertelanger Baupause erfolgte erst im 19. Jahrhundert die Vollendung im neugotischen Stil. Die Fertigstellung des Doms konnte jedoch nach den alten Bauplänen von Meister Gerhard, die im Jahr 1814 wieder aufgefunden wurden, vollendet werden. Der Kölner Dom ist mit einer Höhe von 157,38 Metern nach dem Ulmer Münster das zweihöchste Kirchengebäude Europas.
 
Der nächste Schwerpunkt unserer sehr gut informierten Domführerin lag dann auf der Geschichte der Fenster. Sie stammen aus unterschiedlichen Epochen und jedes dieser Fenster im unteren Bereich umfasst eine Größe von etwa 100 m². Das älteste erhaltene Fenster ist das aus dem Jahr 1260 in der zentralen Dreikönigenkapelle Das Ende der ersten Bauphase des Domes spiegeln die spätmittelalterlichen Fenster im nördlichen Seitenschiff wieder. Im südlichen Seitenschiff finden sich mit den Bayernfenstern Vertreter des 19. Jahrhunderts. Die Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg zeigen sich zum Teil bis heute und nach und nach werden fehlende oder provisorische Verglasungen restauriert oder durch moderne Fenster ersetzt. Die jüngste Neuschöpfung ist das große Richterfenster in der Südfassade, an dem sich die Geister scheiden.
Im Anschluss an die Fenster wandten wir uns dem Agilolphusaltar zu. Dieser ist benannt nach einem Kölner Bischof aus dem 8. Jahrhundert. Er ist um das Jahr 1520 entstanden und einer der größten und bedeutendsten Antwerpener Schnitzaltäre mit Szenen aus dem Leben Christi. Im Jahr 2012 wurde er nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten mit einem Festgottesdienst im südlichen Querhaus eingeweiht.
 
Der Schrein der Heiligen Drei Könige ist das größte Reliquiar des Mittelalters. Die Gebeine wurden im Jahr 1164 nach Köln gebracht. Im Jahre 1190 wurde mit den Arbeiten zur Herstellung des Schreins begonnen, die sich bis zum Jahr 1220 hinzogen. Er besteht aus in Gold und Silber getriebenen feuervergoldeten Figuren, Filigranplatten mit Edelsteinen, Halbedelsteinen, antiken Gemmen und Kameen, sowie Emaille an Säulen, Bögen und Profilen. Oberhalb des Schreins befindet sich eine Marienfigur, nach dessen Vorbild 1950 ein Abdruck für die Marienkirche in Neuss hergestellt wurde. Diese interessante Information gab uns der Präses der kfd, Herr Monsignore Korfmacher. Im gleichen Bereich, gegenüber dem Schrein, befindet sich das Chorgestühl, welches mit 104 Sitzen eines der größten erhaltenen mittelalterlichen Chorstühle Deutschlands ist.
 
Die Erklärungen wandten sich dann dem Gerokreuz zu, welches die erste erhaltene Monumentalfigur des gekreuzigten Christus ist. Zum Abschluss der Führung betrachteten wir einen Teil des wunderbaren Mosaikfußbodens, der eine Gesamtfläche von etwa 1300 m² hat. Er wurde von 1885 bis 1892 von der Firma Villeroy & Boch hergestellt.
 
Nach so vielen Informationen waren wir dann alle durstig und hungrig, und wo sollten diese Bedürfnisse wohl befriedigt werden, wenn nicht in einer typisch kölschen Brauerei? Dort waren wir dann in froher Runde mit gutem Essen und Trinken gemütlich beisammen, bis wir uns wieder zum Bahnhof begaben und froh gelaunt die Heinfahrt antraten.
 
Erika Grobba

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