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Ein Gläschen in Ehren

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Der diesjährige Halbtagesausflug führte uns an einem launischen Herbst-Nachmittag zur Weinbrennerei Dujardin. Dort erwartete uns eine Führung durch die historischen Produktionsanlagen.

Noch in den 50er Jahren war das Unternehmen der zweitgrößte Weinbrandhersteller Deutschlands. Dujardin wurde zu einem der Spitzen-Weinbrände, vielen bekannt durch den Werbeslogan „….darauf einen Dujardin!“ Doch ab 1970 ging der Absatz nach und nach zurück. Um am Markt weiterhin bestehen zu können, suchte und fand man in der Firma Racke einen Partner. Verwaltung und ein Teil der Produktion wurden nun nach Bingen verlegt. Das Werk in Uerdingen starb langsam aus. Im Jahr 2006 wurde die Weinbrand-Herstellung ganz beendet. Nur der bekannte „Uerdinger“, ein klarer Schnaps, wird weiterhin in Uerdingen hergestellt.

Der riesige Gebäudekomplex des 1743 gegründeten Unternehmens, direkt am Rhein gelegen, befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Melcher, inzwischen in der 9. Generation. Der Weinbrand „Dujardin“ lebt weiter. Er wird jedoch jetzt in der Charente (Frankreich) gebrannt. Eine Erweiterung und Bereicherung der Produktpalette bildet der „Dujardin fine“. Er führt die Bezeichnung „Cognac“, denn er wird aus Trauben hergestellt, die in Weingärten der Charente gelesen werden. Das Destillat reift drei Jahre in Eichenholzfässern.

Heute wird in Deutschland selbst kein Weinbrand mehr hergestellt. Alle hier käuflichen Marken kommen direkt aus dem Erzeugerland. Diese Entwicklung führte dazu, daß große Brennereien ihre Anlagen verschrotteten. Glücklicherweis blieb der Weinbrennerei Dujardin dieses Schicksal erspart, wie wir vom Führer unserer Gruppe, einem ehemaligen Mitarbeiter, erfuhren. So konnten wir beim Rundgang Raritäten bestaunen. Als Herzstück die Destillieranlage mit gewaltigen Brennblasen. Sie ermöglichte eine Verarbeitung von 100.000 l Brennwein pro Woche. Weiter ging’s vorbei an Laboratorium und Kräuterküche, Zollstelle und Lagerfässern mit einem Volumen von 10 bis 15 000 Liter.

Am Ende der Führung wurde uns ein Gläschen „Dujardin Imperial“ gereicht, …. das konnte uns niemand verwehren. Es war genau das Richtige an diesem kalten Herbsttag.

Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir die zweite Station: Burg Linn in Krefeld. Für eine Besichtigung der Außenanlagen war es zu kühl und zu spät. So kehrten wir unverzüglich im „Winkmannshof“ ein. Das historische Restaurant wurde im Jahr 1783 als „Kellnerei“ (Wirtschaftshof) der Burg erbaut und wird seit Generationen von der Familie Winkmann geführt.

Dort blieb genügend Zeit, bei Kaffee und Kuchen sich auszutauschen und den Nachmittag ausklingen zu lassen.

Heidi Lorenz

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