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Der Bibelgarten von St. Kamillus

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Aaronstab und Salomonsiegel, Jakobsleiter und Brennender Dornbusch, Myrte und Ölbaum, sind nur einige von über dreißig Pflanzen, die im ersten Neusser Bibelgarten heranwachsen. Beschattet von Linden und Ahorn, Eiche und Kastanie schmücken sie die Beete des kleinen Pfarrhofs von St. Kamillus auf dem Glehner Weg und sind dort für jedermann zugänglich. Damit sich dem Betrachter alles erschließt, erläutern Hinweistafeln die biblischen Namen oder christlichen Legenden.

Lange Zeit hat dieser Garten unter Unkraut ein karges Dasein gefristet, bis sich eine Handvoll Freiwilliger vor vier Jahren seiner erbarmte. Von der Sozialarbeiterin zum Altenheim-Leiter, von der Lehrerin zum Optiker-Meister, fanden sich Gleichgesinnte aus den unterschiedlichsten Berufs-Sparten, um St. Kamillus zu verschönern. In vielen schweißtreibenden Stunden entfernten sie Unkraut, bereiteten den Boden auf und setzten neue Pflanzen und Sträucher.

Auf dem Neusser Hauptfriedhof fand Margarete Otte-Deiringer ein altes Holzkreuz, das wegen Grabaufgabe entsorgt werden sollte. Es wurde in Obhut genommen, vom Sohn der Familie aufgearbeitet und liebevoll restauriert. Seitdem steht es im Eingangsbereich vor der Kapelle und hütet den Bibelgarten. "Das Kreuz ist schon so alt, das kenne ich noch aus meiner Kinderzeit“, so Margarete Otte-Deiringer. "Hier hat es seinen Platz gefunden und wird, oft auch von Unbekannten, mit Kerzen und Blumen geschmückt."

Der Helferkreis von St. Kamillus, dessen Mitglieder fast alle aus der nahen Nachbarschaft stammen, ist mit viel Herz und Freude bei der Sache. Die ehrenamtliche Arbeit im Pfarrgarten verbindet - im Lauf der Zeit ist aus den Hobby-Gärtnern eine feste Gemeinschaft geworden.

Als die Eheleute Deiringer im letzten Jahr auf einer Urlaubsreise den Bibelgarten des St. Johannis-Klosters in Schleswig entdeckten, waren sie so begeistert, dass sie die Idee mit nach Hause brachten. Bei einem Gespräch mit Dechant Korfmacher einen solchen Bibelgarten auch hier in Neuss anzulegen, konterte Monsignore prompt :“Ja, dann macht das doch!“, erzählt Anton Deiringer.

So wandelten die Deiringers gemeinsam mit Andrea und Michael Hortmanns, Anne und Michael Pietrasch, Lisa und Franz Schlangen, Renate und Josef Spix, sowie Gertrud Trebels den Pfarrgarten erneut um. Es wurden Gartenbücher gewälzt, Bibelthemen recherchiert und Gärtnereien abgeklappert, bis der erste Neusser Bibelgarten seiner Vollendung entgegensah.

Der Feigenbaum aus dem Matthäus-Evangelium, der Ginsterstrauch aus dem ersten Buch der Könige, selbst die Wurzel Isais – sie stehen nun mit vielen anderen Pflanzen im Pfarrgarten, um auf ihre Weise den Menschen die Bibel neu zugänglich zu machen und wieder nahe zu bringen, „gerade in der heutigen Zeit“, wie Margarete Otte-Deiringer hinzufügt. Das Wort Gottes über die Blumen und Pflanzen neu zu hören und zu verstehen, das ist das Anliegen des Helferkreises von St.Kamillus.

Andrea Hortmanns hat mit den Eheleuten Deiringer eine Broschüre über den Bibelgarten angefertigt, die am 17. Juli ausgegeben wird, nach der 17.30 Uhr-Messe zur Einsegnung durch Dechant Monsignore Wilfried Korfmacher.