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Dem Leben Richtung geben

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Nach der Begrüßung durch Frau Schlangen begann Oberpfarrer Msgr. Guido Assmann den Einkehrtag mit dem Thema „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen – Heiligkeit im Alltag“ vor einer interessierten und aufgeschlossenen Gruppe von kfd - Frauen im Marienhaus mit dem Lied „Maria breit den Mantel aus…“. 

Alle sangen zur „Patronin voller Güte“ von Herzen mit und spürten: was könnte geeigneter sein als Einstieg zu diesem Thema als der Ruf zu Maria, der Mutter Gottes, die in der ganzen katholischen Welt eine tiefe Verehrung erfährt, besonders auch in unserer Marienpfarre. Sie ist für uns katholische Christen d a s Vorbild im Gauben.

Der Wunsch nach Vorbildern steckt im Wesen des Menschen, führte der Referent einleitend aus: für Kinder sind es ihre Eltern, Heranwachsende streben oft einem Idol nach, vielleicht einem Sportler oder Sänger, bei Erwachsenen könnte das Vorbild ihr Namenspatron oder ein anderer zeitgemäßer Heiliger sein. Oberpfarrer Assmann bezog bei seinen Ausführungen immer auch die Zuhörerinnen ein und ließ Fragen und Hinweise zu. Als Beispiel einer aktuellen Heiligen wurde Mutter Teresa genannt. Sie erhielt für ihr weltweit überzeugendes Vor- leben der Nächstenliebe sogar den Friedensnobelpreis. Erwähnung fand St. Kamillus, ein Soldat in fremden Diensten, der nach einer Verwundung christliche Vorbilder im Krankenhaus erlebte, sein Leben radikal änderte und eine Vereinigung von Krankenpflegern – die Kamillianer - gründete. Von großer Bedeutung ist unser Stadtpatron, der Heilige Quirinus, der im frühen Christentum das Martyrium erlitt. Franz von Assisi, einer der beliebtesten und bekanntesten Heiligen, lebte die Nachfolge Christi in nahezu vollkommener Weise vor.

Sie alle - stellvertretend für die große Zahl der Heiligen in ihrer Vielfalt – hatten Charisma, eine Ausstrahlung, die begeisterte und „ansteckte“. Dabei litten sie, wie alle Menschen, unter Ecken und Kanten, mußten Spannungen aushalten und zeitlebens mit ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten kämpfen.

Auch in unserer Zeit leben heiligmäßige Menschen. Durch die Taufe sind wir alle zur Heiligkeit berufen und unterwegs mit dem gleichen Ziel, dem Himmel. Jeder muß sich die Frage stellen, welche Gaben er empfangen hat und was Gott von ihm möchte. Priester und Ordensleute, die ehelos ihr Leben ganz Gott weihen, haben eine besondere Berufung und Vorbildfunktion. Orientierung geben uns das Leben Jesu und seine Botschaft im Evangelium. Hilfen auf diesem Weg erfahren wir durch ein Leben mit der Kirche und ihren Sakramenten, vor allem durch die Teilnahme an der Eucharistiefeier, und durch das gemeinsame und persönliche Gebet. Der Sonntag als „Tag des Herrn“ bietet sich in besonderer Weise dazu an.
Oberpfarrer Assmann verdeutlichte den unterschiedlichen Sinn des Wortes heilig. An erster Stelle ist es die Eigenschaft Gottes als Bezeichnung seiner Unvergleichlichkeit mit allem Irdischen. Dann kann damit das Amt einer Person innerhalb der Kirche gemeint sein, wie beispielsweise der Papst auch Heiliger Vater genannt wird. Als heilig bezeichnet werden auch, wie im Thema des Einkehrtages, Menschen, die ihre Hingabe an Gott durch ein den Grundsätzen des Evangeliums entsprechendes Leben beweisen. Schließlich gibt es auch heilige „Sachen“, die für den kirchlichen Gebrauch geweiht sind, beispielsweise Kirchen und Altäre und sakrale (heilige) Gegenstände wie Messgewand oder Kelch sowie für jeden Christen im Alltag Kreuz, Weihwasser, Rosenkranz und vieles andere.

„Heilige sind Menschen, durch die es uns leichter gemacht wird, an Gott zu glauben“ war ein richtungsweisendes Zitat des Referenten. Wir finden sie in allen Religionen: Menschen, die in besonderer Weise Vorbilder, Lehrer, Bekenner oder, auch in unserer Zeit, Märtyrer für ihren Glauben sind. In der katholischen Kirche verehren wir Heilige als unserer Fürsprecher, die im Himmel bei Gott für uns bitten sollen.

Die wertvollen Gedanken des Einkehrtages wurden vertieft in der gemeinsamen Eucharistiefeier mit Oberpfarrer Assmann in der Marienkirche, die den Nachmittag beschloß.

von Heidi Lorenz





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