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Besichtigung des Bibelgartens von St. Kamillus

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Bei herrlichem Sonnenschein fanden sich ca. 20 Frauen der kfd St. Marien am 29.6.2012 vor der Kirche St. Kamillus ein. Fleißige Hände hatten bereits dafür gesorgt, dass einige Tische und Bänke unter Pavillons bereit standen, um den Teilnehmerinnen ein schattiges Plätzchen für den bevorstehenden Vortrag zu bieten.
 
Frau Margarete Otte-Deiringer und ihr Ehemann Anton Deiringer haben vor einigen Jahren mit dem Helferkreis St. Kamillus in vielen Arbeitsstunden die alten Beete von Giersch, Löwenzahn und anderen Unkräutern befreit. Dann konnten Neuanpflanzungen von Bodendeckern und heimischen Sträuchern erfolgen. Durch den Besuch eines Bibelgartens wuchs die Idee, auch hier einen Bibelgarten entstehen zu lassen. Die bestehenden Bäume und Sträucher sollten dabei möglichst erhalten bleiben. Trotzdem konnten über 30 Bibelpflanzen und Pflanzen mit biblischen Verbindungen angepflanzt werden. Diese wurden mit Hinweisschildern versehen.
 
Für einen kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag zu den vorhandenen Pflanzen konnte Frau Dr. phil. Ulrike Gustorf-Plüschke gewonnen werden. Sie hob zunächst hervor, dass dieser Garten ein ganz besonderer Bibelgarten ist, weil er der Öffentlichkeit immer zur Verfügung steht und kein abschließbares Tor hat, auch keinen schützenden Zaun oder eine Hecke. Dafür muss ein besonderer Dank an die Schöpfer dieses Bibelgartens ausgesprochen werden.
 
Frau Gustorf-Plüschke widmete sich dann den unterschiedlichen Pflanzen. Hier sind besonders Wermut, Cistrose, Ysop, Wurzel Jesse, Myrte, Johanniskraut, Jakobsleiter, Lavendel, Rosmarin, Frauenmantel zu nennen.
Hier nur zwei Beispiele aus dem Vortrag:
Das Johanniskraut trägt seinen Namen, weil es etwa um den Johannestag herum blüht. Es bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und dies wird heutzutage sogar von der Schulmedizin bestätigt.
Der gezackte Blattrand der Pflanze Frauenmantel, erinnert an den Umhang der Jungfrau Maria auf mittelalterlichen Gemälden. Wie Perlen sammeln sich die Tautropfen in den samtigen Blättern. Alchemisten sammelten die Tropfen für ihre Zubereitungen. Der Frauenmantel ist ein Heilkraut gegen typische Frauenleiden. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde er wegen seiner wundheilenden Wirkung vor allem auf dem Schlachtfeld zur Wundversorgung gebraucht.
 
So wurde uns von fast allen Pflanzen im Bibelgarten die Wirkung und Namensgebung erläutert. 
 
Dass zum Ende des Vortrags alle Teilnehmerinnen zufrieden und mit neuem Wissen nach Hause gingen, war nicht zu übersehen. Eine Führung durch den Bibelgarten können wir also nur wärmstens empfehlen.
 
 
Erika Grobba

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