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Autogrammjäger im Petersdom

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Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtete am 29. März über das Gemeindemitglied Norbert Fassbender und seine Leidenschaft, Autogramme von Kardinälen zu sammeln. Lesen Sie hier den Artikel aus der NGZ:

Norbert Fassbender ist leidenschaftlicher Katholik - und Experte in Sachen Kirchengremien. Er sammelt Unterschriften von Kardinälen. Schon lange wünscht er sich eine private Audienz bei Papst Benedikt XVI.


Neuss Autogrammjäger gibt es viele, solche wie Norbert Fassbender sind jedoch äußerst selten. Die Stars in seiner Unterschriftenmappe heißen nicht Messi, Madonna oder Meg Ryan, sondern Meisner, Marx und Martino. Mit großem Einsatz und langjähriger Erfahrung versucht der 69-Jährige, die Autogramme aller aktuell 212 Kardinäle zu ergattern. Diese Leidenschaft für die kirchlichen Würdenträger hat Fassbender seit dem Jahr 2005. „Damals war ich wegen des Weltjugendtages mit einem Bischof aus Salzburg ins Gespräch“, erzählt der begeisterte Kirchgänger und Weltreisende. Spontan habe er ihn gebeten, einen Flyer zu unterschreiben. „Er hat?s getan und ich hatte Feuer gefangen“, erzählt Fassbender.

Sein erstes Autogramm von einem Kirchenfürsten erlangte Fassbender in Düsseldorf. „Kardinal Kasper hielt eine Vesper in einer Kirche nahe der Südbrücke. Für mich eine tolle Gelegenheit, jemanden zu hören, der in der Hierarchie der katholischen Kirche weit oben steht“, erklärt Fassbener. „Als die jugendlichen Kirchgänger weg waren, bat ich den Kardinal, meinen Zettel zu unterschreiben.“ So füllte sich Fassbenders Unterschriftenmappe im Laufe der vergangenen sechs Jahre. Bis auf 16 Kardinäle haben alle bereits unterschrieben. Diejenigen, die Fassbender nicht bei Messfeiern oder Konsistorien trifft, bittet er schriftlich um ein Autogramm. Persönlich kennt der Neusser unter anderem Kardinal Rainer-Maria Woelki, aktuell Erzbischof von Berlin. „Als Woelki in den 1980er Jahren als Kaplan in St. Marien tätig war, hatte ich im Pfarrgemeinderat engen Kontakt zu ihm“, erzählt Fassbender. Der ehemalige Neusser Kaplan wurde am 18. Februar in Rom von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Woelkis Highlight war auch das von Norbert Fassbener. Denn der Autogrammjäger läuft bei Konsistorien, also bei Vollversammlungen der Kardinäle, zu Höchstform auf, da er seinen „Stars“ dann besonders nahe kommt - und zahlreiche Unterschriften bekommen kann. Gemeinsam mit seiner Frau reiste der begeisterte Kirchgänger nach Rom und ergatterte 110 Autogramme. „Ich hatte Zettel für die Unterschriften vorbereitet und wenn ich jemanden mit Barett und Kardinalsring sah, sprach ich ihn einfach an“, erzählt der ehemalige Zweigstellenleiter der Sparkasse Neuss.

Wie ein echter Autogrammjäger versucht Fassbender, den Aufenthaltsort der in seiner Sammlung noch fehlenden Kardinäle ausfindig zu machen - per Internet oder Vitamin B. „Mit den Bischöfen kommt man schnell ins Gespräch. So erfahre ich, wo ein Kardinal eine Messe hält.“ So reist er nach Berlin, in die USA oder nach Lissabon, um Kardinäle zu treffen. „Fast alle unterschreiben gerne - einige zieren sich jedoch, weil sie mich nicht persönlich kennen“, gibt er zu. Fassbenders größter Wunsch? „Ein Gespräch mit Papst Benedikt. Ich bin zuversichtlich, dass das irgendwann klappt.“